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Der FC Gossau, Letzter der Challenge League, verliert zu Hause gegen Vaduz mit 1:4. Allerdings hatten die Fürstenländer zur Pause noch mit 1:0 geführt.
KARL SCHMUKI
Der Favorit aus dem Fürstentum Liechtenstein musste eine knappe Stunde lang trotz deutlicher feldmässiger Überlegenheit leiden, bis er innerhalb von acht Minuten aus dem 0:1 ein 3:1 machte. Drei Kopfballtreffer unterstrichen die Lufthoheit der Mannschaft von Trainer Pierre Littbarski. Gossau kämpfte zwar, wirkte insgesamt aber unsicher. Wenn das Team von Trainer Alex Kern nicht zumindest an die Leistungen der ersten Saisonspiele anknüpfen kann, scheint der Ligaerhalt wohl unrealistisch.
Die Gäste taten sich anfangs schwer. Mehrere Freistösse und Eckbälle wurden nicht genutzt. Die St. Galler dagegen konzentrierten sich aufs Verteidigen. Murat Ural war im Angriffszentrum häufig auf sich allein gestellt. Mit der ersten Chance jedoch ging Gossau in der 28. Minute in Führung. Ein Eckball Michel Avanzinis wurde von einem Vaduzer verfehlt; der Ball kam zum freistehenden Fabio Zancanaro, der aus zwei Metern keine Mühe hatte, das 1:0 zu erzielen. Vaduz intensivierte daraufhin seine Bemühungen, zunächst ohne Torerfolg.
Zweimal Proschwitz
Die Fürstenländer Führung hatte in der zweiten Halbzeit nur knapp zehn Minuten lang Bestand. Einen Eckball von Franz Burgmeier lenkte der ungedeckte Emil Noll mit dem Kopf ins Tor von Tobias Sutter ab. Dann brach die Gossauer Abwehr während ein paar Minuten ein. Marc Lütolf foulte im Strafraum Anto Franjic. Den fälligen Elfmeter verwertete Topskorer Nick Proschwitz mühelos. Dann begannen die kopfballstarken Liechtensteiner ihre Qualitäten auszuspielen: In der 63. Minute erzielte Proschwitz nach einer Flanke Kai Koitkas das 3:1. Auch das 4:1 stand am Ende einer hohen Hereingabe in den Gossauer Strafraum. Diesmal war Pascal Bader per Kopf erfolgreich.
Pfosten- und Lattenschuss
Gossau schien nicht mehr an eine Wende zu glauben. Zwar prüfte Ural mit zwei Weitschüssen den Liechtensteiner Nationalgoalie Peter Jehle, und Enzo Todisco sowie Blerim Ibrahimi hatten nach einer guten Flanke Avanzinis Pech, als sie in der gleichen Aktion den Pfosten und dann die Latte trafen. Gossau hätte wohl nur eine Chance auf einen Punktgewinn gehabt, wenn in der 53. Minute Avanzini das 2:0 erzielt hätte. Er hatte sich auf der linken Seite durchgesetzt, aber sein Schuss wurde von Jehle abgewehrt.
St. Galler Tagblatt vom 2. November 2009
Gossau – Vaduz 1:4 (1:0)
Buechenwald – 600 Zuschauer – Sr. Carrel.
Tore: 28. Zancanaro 1:0. 55. Noll 1:1. 57. Proschwitz (Foulpenalty) 1:2. 63. Proschwitz 1:3. 72. Bader 1:4.
Gossau: Sutter; Gugelmann, Zancanaro, Soljic, Lütolf; Bigoni, Glisic (69. Todisco); Avanzini (82. Eggmann), De Lima (77. Schiendorfer), Ibrahimi; Ural.
Vaduz: Jehle; Bellon, Stuckmann, Noll, Ritzberger; Burgmeier, Franjic, Bader (85. Kempe), Cerrone; Koitka (84. Rebronja), Proschwitz (89. Colocci).
Bemerkungen: Gossau ohne Holenstein und Graf (beide verletzt). Vaduz ohne Fischer (krank), Sutter, Stegmayer, Deana und Christen (alle verletzt). – 81. Pfostenschuss Todisco und Lattenschuss Ibrahimi. |