FC Gossau
Gossau verliert trotz Führung Drucken E-Mail

FC GOSSAU VERBESSERT, ABER ES REICHTE NICHT GANZ ZUM VERDIENTEN PUNKTGEWINN
Fussballmeisterschaft Challenge League
FC GOSSAU – FC WINTERTHUR 1:2 (1:2)

SPIELTELEGRAMM
Buechenwald. – 650 Zuschauer. – SR: Luca Gut.

Tore: 25. Ural 1:0, 39. und 44. Emeghara 1:1 und 1:2.

Gossau: Leite; Gugelmann, Zancanaro, Tcheutchoua, Lütolf; Soljic, Bigoni (45. Glisic, 83. Eggmann); Holenstein (43. De Lima) , Schiendorfer, Avanzini; Ural.

Winterthur: Vasic; Frangao, Iten, Schnorf, Radice; Lüscher, Abrashi, Antic (85. Juninho); Emeghara, Bieli, Kuzmanovic (70. Lenjani).

Bemerkungen: Gossau ohne Graf (verletzt) und Ibrahimi (gesperrt). Winterthur ohne von Niederhäusern, Zuffi und Sprunger (alle verletzt). Verwarnungen: 18. Lütolf (Foul), 50. Frangao (Foul), 58. Emeghara, 61. Avanzini, 72. Gugelmann (alle Unsportlichkeit), 80. De Lima (Foul). Avanzini, Gugelmann und De Lima alle im nächsten Spiel bei Le Mont Lausanne gesperrt. Ecken: 3:5.

Der FC Gossau zeigte im letzten Heimspiel vor der Winterpause gegen den Spitzenclub Winterthur eine seiner besten Saisonleistungen, blieb aber auch diesmal ohne Punktgewinn: 1:2 lautete am Ende das Resultat zu Ungunsten des Tabellenschlusslichts, der die herausgespielte Führung durch Murat Ural innerhalb von fünf Minuten vor der Pause wegen zweier unglücklicher Gegentore durch den flinken Nigerianer Innocent Emeghara verlor. Trotz grosser Bemühungen gelang dem Team von Trainer Alex Kern in der zweiten Halbzeit der resultatmässig Umschwung nicht mehr.

KURZ VOR DER PAUSE DIE FÜHRUNG UNGLÜCKLICH VERSPIELT

Gossau zeigte sich gegenüber dem Spiel gegen Vaduz nochmals verbessert und hielt die Partie gegen den Aufstiegsanwärter über weite Strecken offen. Zwar hatten die Fürstenländer anfänglich etwas Glück, dass Zancanaro einen Bieli-Schuss ungewollt zur Ecke ablenken konnte (13.) und Emegharas Flanke zu ungenau ausfiel, nachdem er dank seiner Schnelligkeit Gossau-Torwart Leite umspielt hatte (23.). Nach einer ersten Gossauer Möglichkeit durch Schiendorfer – er spielte nochmals ab statt selbst aus guter Schussposition abzudrücken (24.) – gelang dem Aussenseiter in der 25. Minute das 1:0, als Michel Avanzini am rechten Flügel durchlief und Ural freistehend dessen (leicht abgefälschte Flanke) aus kurzer Distanz mit dem Kopf über die Torlinie drücken konnte. Als mit Holenstein (wieder leichte Zerrung bei seinem Comeback) und Bigoni (nach einem schweren Foul) plötzlich gleich zwei Spieler angeschlagen waren und kurze Zeit später ausgewechselt werden mussten, schaffte Winterthur innerhalb von fünf Minuten die glückliche Wende. Vorerst lief Frangao auf der rechten Seite durch (dort, wo sonst Holenstein und Bigoni absicherten!) und dessen flache Hereingabe lenkte der wieselflinke Nigerianer Emegahra mit der Fussspitze ins Tor ab. Noch unglücklicher fiel das zweite Gegentor für Gossau: Wie beim Billard sprang der Ball auf halbrechter Position von zwei Gossauer Abwehrbeinen genau vor die Füsse von Emeghara und dieser traf aus 25 Metern mit einem herrlichen Heber über Torwart Leite hinweg gar zur glücklichen Führung für sein Team.

GOSSAU GEGEN ENDE SEHR NAHE AM AUSGLEICH...

Auf dem ständig tiefer und morastiger werdenden Terrain entwickelte sich in der zweiten Halbzeit ein Kampfspiel, in dem Gossau – auch dank verbesserter Stabilität in der Abwehr – trotz Rückstand ein gleichwertiger Widersacher war. Die ersten Möglichkeiten zur definitiven Siegsicherung hatten zwar die Winterthurer durch Kuzmanovic (63.) und Abrashi (68.) und Lenjani (70.), aber in der Folge standen die Gossauer dem Ausgleich einige Male sehr nahe. Radice rettete in extremis vor Ural (79.), De Lima kam nach einem abgeprallten Ball nicht wunschgemäss  in Schussposition (84.), Eggmanns Kopfball flog nur um Zentimeter über das Gehäuse der Winterthurer (91.), und Soljic brachte in der 93. Minute einen Freistossball aus 20 Metern nicht an der Abwehrmauer vorbei. So kassierten die Fürstenländer ihre achte Saisonniederlage. Zumindest ein Unentschieden hätte die aufopfernd kämpfende Truppe von Trainer Alex Kern verdient gehabt, auch wenn Winterthur die spielerisch bessere Mannschaft war, die phasenweise glänzende Ballkombinationen zeigte.

...ABER ES SOLLTE NICHT SEIN!

 Aber wie es jeweils so ist: „Wenn man in der Tabelle hinten ist“, meinte Assistenztrainer Miro Caktas nach dem Spiel, „dann verlierst du ein solches Spiel, obwohl du eigentlich nicht die schwächere Mannschaft bist. Die Spieler hätten ein positives Resultat verdient gehabt; solche Niederlagen nagen am Selbstvertrauen“. Aber immerhin gab die Kern-Elf ein deutliches Lebenszeichen: der Ligaerhalt wird immens schwer werden, aber die Mannschaft kann es mit zumindest ähnlich guten Leistungen durchaus noch schaffen. Drei Wochen hat das Team jetzt Zeit, um die nächste wichtige Partie, eine Art von Schicksalsspiel beim Tabellennachbarn Le Mont Lausanne, vorzubereiten. (do)

Karl Schmuki

 
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