|
DINO REBRONJAsammelt beim FC Gossau Erfahrungen
Der 18jährige Berner Dino Rebronja wurde von den Berner Young Boys an den FC Gossau ausgeliehen, um Erfahrungen zu sammeln. In seinem jugendlichen Alter hat der im bernischen Bethlehem geborene Dino Rebronja eine beachtliche fussballerische Zeit hinter sich. Mit vier Jahren begann er Fussball zu spielen.
Dino Rebronja spielt beim FC Gossau
Bild: mas
Im 2000 wechselte der Junge in die U11 Juniorenabteilung des Axpo Super League Vertreters Young Boys. Als das Talent in die U15 kam, besuchte er zusätzlich die Woche hindurch von Montag bis Freitag das Ausbildungszentrum des Schweizerischen Fussballverbandes in Emmen. Jeweils am Freitagabend absolvierte er mit dem U16 Team von YB das Abschlusstraining und an den Wochenenden die Meisterschaftsspiele. Der Ausnahmekönner war beim Jahrgang 90 mit Jahrgang 91 weitaus der Jüngste in der Schweizernationalmannschaft.
Bei Manchester City im Probetraining
Mit seinem Bruder Adan war er auch schon im Ausland. In England wurden sie zum Probetraining bei Manchester City eingeladen. Der Vertrag schien eigentlich schon in trockenen Tüchern, doch YB bot dann ein SportKV (Kaufmännische Lehre im Sportbereich) und einen zwei Jahres Vertrag an. Er nahm das Angebot an und wurde später mit den U18 Junioren von YB Schweizer Meister (22 Spiele 20 Tore). Der kräftige Fussballer (sein Vater war in Montenegro Boxer und Fussballer und es kommt daher nicht von ungefähr) schaffte mit der U17 Nationalmannschaft auch die Qualifikation für die Europameisterschaft in der Türkei. Beim deutschen Club Werder Bremen wie auch beim englischen Verein Fulham durfte der Stürmer (Mittelfeldspieler) auch schnuppern und sehen, wie es abläuft. «Bei Werder ist alles sehr professionell, dies ist hingegen bei Fulham nicht unbedingt der Fall», meint der sympathische Sportler. Schon mit 16 durfte Dino bei den Profis von YB zweimal pro Woche mittrainieren und wurde auch bei Freundschaftsspielen eingesetzt. Weil sein Vertrag bei YB ausgelaufen war, trainierte der 18Jährige zuerst mit seinem Bruder drei Wochen lang beim Challenge League Vertreter Vaduz. Es hat aber nicht mit einer Verpflichtung geklappt (wegen Ausbildungsentschädigung, keine Lösung mit YB gefunden). Ganz im Gegensatz zu seinem Bruder, der nun regelmässig zum Einsatz bei den Liechtensteinern kommt.
Engagement beim FC Gossau
Danach erfuhr Rebronja vom Interesse des FC Gossau und bekam einen Vertrag bis Ende dieser Spielzeit. Die Fürstenländer überweisen nun den Young Boys eine monatliche Ausbildungsentschädigung für den jungen Stürmer. Am Anfang wohnte er im Hotel Landhaus in Gossau, nun hat er aber eine kleine Wohnung in Herisau bekommen. Sein Nachname Rebronja stammt aus Montenegro. Er spricht denn auch mit seinen Brüdern Deutsch wie auch mit den Eltern serbokroatisch und dazwischen schleichen sich auch Wörter aus dem «Bärndütsch» hinein. Sein Vater lebte, bevor er in die Schweiz kam, einige Zeit beruflich in Österreich. «Mein Vater ist mit seinen 46 Jahren heute noch fit wie ein Turnschuh », erzählt der junge Mann. Sein Vater arbeitet in einer Glasfabrik. Seine Eltern lernten sich in der Schweiz kennen. Auch seine Mutter stammt übrigens aus Montenegro, sie ist Köchin. Der aufstrebende Rebronja fährt jeweils nach dem DienstagnachmittagTraining mit dem Zug zu seiner Familie nach Bern. (Und Alen, sein ältester Bruder, ist der Motivator. Wenn Dino nach einer Niederlage traurig nach Hause kommt, motiviert er ihn immer und unterstützt seinen Bruder, wie der Rest der Familie). Dort kann er in seiner gewohnten Umgebung den freien Mittwoch geniessen. In seine montenegrinische Heimat hat er ab und zu Kontakt. «Wir fahren jeweils einmal im Sommer und einmal im Winter zu den Grosseltern nach Bijelo Polje. Meistens gehen wir mit dem Auto und haben 16 Stunden Fahrzeit, aber diesmal nehmen wir den Flieger». Der FC Gossau ist für Rebronja ein Sprungbrett, um sich für Super League Vereine zu empfehlen. Einem Vertrag im Ausland wäre der 18Jährige aber auch nicht abgeneigt.
St. Galler Nachrichten vom 24. Dezember 2009
Markus Schildknecht |