FC Gossau
TROTZ GUTER ABWEHRLEISTUNG DEM LEADER UNTERLEGEN Drucken E-Mail

Fussballmeisterschaft Challenge League
FC GOSSAU – FC LUGANO 0:1 (0:1)
SPIELTELEGRAMM
Buechenwald. – 480 Zuschauer. – SR: Marco Speranda.
Tor: 25. Preisig 0:1.

Gossau: Orlando Lattmann; Gugelmann (80. Eggmann), Ludäscher, Zancanaro, Raimondi; Avanzini, Schiendorfer, Soljic, Diego Lattmann (85. Ibrahimi), Holenstein (67. Todisco); Ural.

Lugano: Cordaz; Thrier, Montandon, Denicola, Preisig; Rey (74. Felipe), Basic, Maggetti; Da Silva, Renfer (66. Silvio), Fejzulahi (62. Doudin).

Bemerkungen: Gossau ohne Berger (noch nicht spielberechtigt). Lugano ohne Ciana und Sulmoni (beide verletzt). Platzverweis: 76. Soljic (zweite gelbe Karte). Verwarnungen: 14. Soljic (Foulspiel), 33. Zancanaro, 48. Fejzulahi (beide Unsportlichkeit), 76. Soljic (Foulspiel). Ecken: 3:2.

Der Papierform gemäss unterlag der Tabellenschlusslicht Gossau dem souveränen Leader Lugano mit 0:1. Aber es war alles andere als eine zwingende Niederlage. Der Tabellenführer tat sich gegen eine gut organisierte und kämpferische Gossauer Mannschaft sehr schwer und kam mit viel Mühe und auch etwas Spielglück zum knappen Erfolg, dank eines Kopfballtreffers von Verteidiger Preisig, dem der Ruch eines Abseits anhaftet.

NUR WENIGE TORCHANCEN WÄHREND DES GANZEN SPIELS

Es war kein gutes Spiel. Ein solches liess das tiefe und holprige Terrain auch nicht zu; die Ballkontrolle war nicht sehr einfach, und so verbissen sich der Leader und die rote Laterne der Challenge-League-Meisterschaft ineinander. Hochkarätige Torchancen besassen Seltenheitswert; bis in die Schlussphase, bis Gossau alles nach vorne warf und Lugano zu Konterchancen kam, waren es gerade mal drei an der Zahl, alle für Lugano. Und die erste richtige Möglichkeit brachte in der 25. Minute den ersten Treffer: Ein Freistoss von Da Silva fand den völlig freistehenden Abwehrspieler Preisig mutterseelenallein vor dem starken Gossauer Torwart Orlando Lattmann und dieser erzielte den Führungstreffer. Ob Preisig im Abseits stand, war schwierig einzuschätzen, auf alle Fälle zählte der Treffer, und der Favorit befand sich im Vorteil. Denn auf diesem Terrain war es sehr viel einfacher, zu verteidigen als kreativ sich Tormöglichkeiten zu erarbeiten. Kurz vor der Pause verhinderte Lattmann mit einer starken Parade gegen Renfer den zweiten Gegentreffer, der bereits so etwas wie eine Entscheidung bedeutet hätte, und kurz nach dem Wechsel zielte Da Silva allein vor Lattmann neben das Tor. Je länger die Partie dauerte, glaubte Gossau noch an einen Punktgewinn, weniger durch herauskombinierte Aktionen (solche waren kaum möglich) als durch einen Lucky Punch. Der Ansturm des Teams von Trainer Alex Kern wurde vorübergehend durch den Platzverweis für Soljic nach seinem zweiten harten Foulspiel gebremst, aber auch in der Schlussphase schien der Ausgleich möglich.

GOSSAU AUCH GLÜCKLOS

Denn Lugano vergab sehr gute Kontermöglichkeiten (vor allem durch Doudin und Da Silva) und so durfte Gossau bis zum Ende an einen Punktgewinn glauben. Aber einerseits war das Glück den Fürstenländern nicht hold, indem das Leder nach hohen Zuspielen in den Strafraum stets den Luganesi vor die Füsse fiel, und andererseits verteidigten die beiden in hunderten von Partien in der obersten Spielklasse gestählten Denicola und Montandon ihr Gehäuse überlegt und gut. Und echt gute Chancen hatte Gossau nicht: Torwart Cordaz musste eigentlich keinen einzigen schwierigen Ball fangen oder unschädlich machen; Gossau hätte aufgrund der kämpferischen und disziplinierten Leistung einen Punkt verdient, aber im Angriff blieben die Fürstenländer, die in 17 Partien erst 12 Tore erzielt haben, erneut zu harmlos. Murat Ural erhielt erst gegen Spielende vermehrt Unterstützung aus den hinteren Reihen. Und wegen der Punktgewinne von Le Mont Lausanne und Wohlen rückt der Ligaerhalt in noch weitere Ferne und scheint schon bald einmal unrealistisch. (do)

Karl Schmuki

 
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